Historie

Die Stadt Herzogenaurach kämpfte im 19. Jahrhundert nach Kräften um einen Bahnanschluss an die großen Magistralen. Frühe Bemühungen der Bewohner von Herzogenaurach einen gewünschten Anschluss über Siegelsdorf oder Emskirchen zu bekommen scheiterten. Erst 1887 konnte dann in einer Eingabe die aufkommende wirtschaftliche Bedeutung von Herzogenaurach herausgestellt werden und damit war es letztendlich möglich 1892 mit den Bauarbeiten zu beginnen. 1894 war dann die feierliche Eröffnung der regelmäßig nach Fahrplan bedienten Bahnverbindung. Im Volksmund erhielt sie den Namen „Fuchtl“.

Stilllegung der Bahntrasse
Die 11,5 km lange Bahnstrecke vom Industriestandort Herzogenaurach nach Erlangen wurde im Jahre 1984 stillgelegt. Gründe hierfür waren u.a. der unattraktive Zeittakt sowie die geringe Anzahl der angebotenen Zugverbindungen. Darüber hinaus wollte man in den Achtziger Jahren dem Individualverkehr Vorrang einräumen, um die damals neu ausgewiesenen Gebiete attraktiver zu machen.

Heute 2019:
Nach unserer Meinung ist eine „Reaktivierung der Aurachtalbahn“ sinnvoll, da sie
– die vom Individualverkehr stark frequentierte Staatsstraße (St 2244) von Herzogenaurach nach Erlangen massiv entlastet
– die Emissionen der Kraftfahrzeuge reduziert
– die Immissionen auf die Menschen und Umwelt in Herzogenaurach, Niederndorf bis Erlangen-Bruck und Erlangen verringert und
– Berufspendlern, Schülern sowie allen Stadtbesuchern für Einkauf, Kultur, medizinische Einrichtungen eine schnelle Verkehrsanbindung in den Ballungsraum Erlangen-Nürnberg-Fürth ermöglicht und umgekehrt.

Eine „Reaktivierung der Aurachtalbahn“ ist möglich, denn glücklicherweise ist die Trasse der „Aurachtalbahn“ immer noch vorhanden und durch die Nutzung der vorhandenen Taltrasse werden keine weiteren Ackerflächenvernichtet (Vermeidung von Flächenfraß).

Bis auf einen kleinen Abschnitt liegen in Herzogenaurach auch noch die alten Gleise und die Trasse im Stadtgebiet befindet sich bereits seit 2017 im Eigentum der Stadt Herzogenaurach.

Von Erlangen bis zum Gewerbegebiet in Frauenaurach ist die Strecke vollständig intakt. Sie wurde 2016 durch die Deutsche Bahn saniert und ist bereits heute elektrifiziert. Auf dieser Strecke fahren Güterzüge, die den Hausmüll von der Sammelstelle in Frauenaurach nach Bamberg und Coburg zur Müllverbrennung transportieren.

Die Trasse im Erlanger Stadtgebiet ist vorhanden, die fünf Brücken (A3, Main-Donau-Kanal, Regnitz, A 73, Unterführung der Pappenheimerstraße in Kriegenbrunn) sind intakt und für den Bau einer Oberleitung geeignet. Auf dieser Strecke könnten binnen weniger Jahre wieder Züge und zwar als S-Bahn verkehren. Von Erlangen aus wäre man, mit dem kompletten, leistungsfähigen und bürgerfreundlichen Nahverkehrssystem der Metropolregion Nürnberg eng vernetzt.

Mit einer Investition in der Größenordnung von ca. 30 Mio. Eur könnte binnen weniger Jahre eine Wiederinbetriebnahme erreicht werden.

Was tut die Stadt Herzogenaurach:
Eine Industrie-Stadt wie Herzogenaurach mit mehr als 24.000 Einwohnern, mit Sitz der Weltfirmen adidas und Puma, sowie der Fa. Schaeffler ist bisher nicht an das S-Bahnnetz der Metropolregion angeschlossen, obwohl sie täglich mehr als 16.000 Einpendler zu verkraften hat. Sie erstickt förmlich im morgen- und abendlichen Berufsverkehr. Andere Kommunen, wie Altdorf bei Nürnberg mit rund 15.000 Einwohnern (Endstation einer S-Bahn) haben es uns vorgemacht, wie so etwas gehen könnte.
 „Es ist aktuell bundesweit schon ein einmaliger Vorgang, dass eine rot-grüne Rathaus-Koalition eine kurz zuvor (2017) gekaufte Eisenbahnstrecke, durch eigens herbeigeführte Entscheidungen im städtischen Planungsausschuss (am 19.9.2018) mit einer weiteren Bahnstrecken-Entwidmung, die Zukunftsfähigkeit genommen wird“, betont Peter Dittrich, Sprecher der Initiativen. „Wir haben kein Verständnis für die derzeitige Haltung der Stadt Herzogenaurach zum Thema Aurachtalbahn“.

Ziele von „Pro Aurachtalbahn“:
Unsere Bürgerinitiative „Pro-Aurachtalbahn“ verfolgt das Ziel der Reaktivierung der „Aurachtalbahn“ in Form einer S-Bahn von Herzogenaurach nach Erlangen. Herzogenaurach soll an das große S-Bahnnetz angeschlossen werden.
Zunächst ist jedoch eine neutrale und objektive Untersuchung der Bahntrasse im Aurachtal notwendig. Ein deutschlandweit praktiziertes Verfahren, welches bei derartigen Großprojekten angewandt und durchgeführt wird, ist das „Standardisierte Bewertungsverfahren“. Bei dieser Untersuchungsmethode geht es um Fakten, wie Kosten und Nutzen, mögliche Fahrgastzahlen, technische Lösungen und am Ende steht dabei der objektive volkswirtschaftliche Nutzen im Vordergrund. Subjektive Einflüsse werden bei dieser Untersuchungsmethode weitestgehend ausgeschlossen.

Wenn die Ergebnisse dieser standardisierten Bewertung vorliegen, kann objektiv darüber diskutiert werden, ob eine Reaktivierung dieser Bahntrasse sinnvoll ist. Voraussetzung für eine Reaktivierung ist dabei der Nachweis des volkswirtschaftlichen Nutzens.
Annahmen, die unser Bürgermeister Dr. Hacker gerne trifft bzw. wiedergibt, wie „technisch nicht möglich“, „geht halt nicht“ oder „Märchenstunde“, sind dann obsolet.

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